Das müssen Sie beachten
Warum Dachpappe kein Fall für den Bauschutt ist
Bitumen, Teer oder PAK? So erkennen Sie gefährliche Dachpappen und sorgen für sichere Entsorgung ohne Risiken
Bei Renovierungs- oder Rückbauarbeiten an Flachdächern, Carports oder Garagen fällt regelmäßig Dachpappe an. Sie wurde vielerorts jahrzehntelang als Abdichtungsmaterial verwendet – und wird auch heute noch für Dach- oder Fundamentabdichtungen eingesetzt. Doch bei der Entsorgung ist Vorsicht geboten: Nicht jede Dachpappe darf einfach mit dem übrigen Bauabfall entsorgt werden. Vor allem ältere Bahnen können gesundheitsgefährdende Inhaltsstoffe enthalten, zum Beispiel Teer oder krebserregende PAK (polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe).
In Deutschland wird bituminöse Dachpappe in der Abfallverzeichnisverordnung (AVV) geregelt – je nach Zusammensetzung als normaler oder gefährlicher Abfall klassifiziert. Die fachgerechte Entsorgung ist damit keine bloße Formsache, sondern Aufgabe für Profis.
Was genau ist bituminöse Dachpappe?
Bituminöse Dachpappen bestehen aus einem Trägermaterial, das mit Bitumen getränkt wurde. Je nach Generation und Herkunft kommen dabei unterschiedliche Stoffe zum Einsatz:
- Moderne Dachpappen: Enthalten reines Bitumen auf Erdölbasis, gelten nicht als gefährlich.
- Alte Dachpappen (vor allem aus dem Altbau oder vor 1990): Können teerhaltige Bestandteile enthalten. Hierbei handelt es sich meist um mit Steinkohlenteer getränkte Bahnen – erkennbar an dunkelbraun bis schwarz glänzenden Oberflächen, intensiven Gerüchen oder „speckiger“ Haptik.
Teerhaltige Dachpappen enthalten fast immer PAK – Stoffe, die als krebserregend gelten und deshalb streng getrennt und gesondert entsorgt werden müssen.
Wie erkenne ich teerhaltige Dachpappe?
Ohne Laboruntersuchung lässt sich nicht immer zweifelsfrei sagen, ob eine Dachbahn Bitumen oder Teer enthält. Es gibt jedoch einige typische Hinweise auf teerhaltige Bestandteile:
Nicht alles darf in den Container für Baumischabfall. Folgende Stoffe sind strikt verboten:
- Intensive, beißende Gerüche (ähnlich kaltem Rauch)
- Hohe Klebrigkeit bei Sonneneinstrahlung
- Alter des Gebäudes (vor allem vor 1990 verbaut)
- Feuchtigkeitsabweisende, glänzende Oberflächen
- Herstellerangaben auf der Rückseite (sofern lesbar)
Sie sind sich unsicher? Kein Problem: Wir helfen Ihnen bei der Einschätzung – bei Bedarf veranlassen wir Laboranalysen oder prüfen eine Deklaration als gefährlicher Abfall.
Was darf nicht mit der Dachpappe vermischt werden?
Dachpappen müssen sortenrein gesammelt werden – ganz gleich, ob sie gefährlich sind oder nicht. Nicht erlaubt sind:
- Bauschutt, Holz, Dämmmaterial oder Folien
- Flüssigkeiten oder Farben
- Elektroschrott, Verpackungen oder Haushaltsabfälle
- Asbest oder andere kontaminierte Baustoffe
Auch geringfügige Verunreinigungen können dazu führen, dass die gesamte Dachpappenmenge als Sonderabfall eingestuft werden muss – mit entsprechend höheren Entsorgungskosten. Deshalb ist es wichtig, die Dachbahnabschnitte bereits beim Ausbau möglichst sauber und getrennt aufzubewahren.
Kann man Dachpappe selbst entsorgen?
Private Eigenentsorgung über kommunale Umweltstationen ist bei kleinen Mengen zulässig – allerdings nur bei nicht gefährlicher Ware und gegen Vorlage entsprechender Nachweise. Teerhaltige Dachpappe darf niemals im Hausmüll oder über eine normale Deponie entsorgt werden. Verstöße gegen diese Regelungen können hohe Bußgelder und Folgekosten verursachen.
💡 Unser Tipp:
Sortieren Sie Dachpappen auf der Baustelle von vornherein separat und vermeiden Sie unnötige Fremdstoffe. Eine gute Planung spart Geld – und schützt die Umwelt.
Im Zweifelsfall:
Fragen Sie unser Serviceteam!